Information zu modernen Messeinrichtungen

Rund 2.000 Kunden erhalten 2018 eine moderne Messeinrichtung

Zuverlässige Stromzähler sind für eine genaue Energieabrechnung unverzichtbar. Der Gesetzgeber sieht daher regelmäßig einen turnusmäßigen Wechsel vor. Die schwarzen mechanischen Ferraris-Zähler müssen alle 16 Jahre und elektronische Stromzähler alle 8 Jahre geeicht werden. In diesem Jahr sind bei der Stadtwerke Deggendorf GmbH rund 2.000 Kunden betroffen, die noch per Brief informiert werden. In den kommenden Monaten werden Monteure die zur Eichung fälligen Zähler gegen eine moderne, digitale Messeinrichtung austauschen. Bis der neue Zähler eingebaut wurde, dauert es in der Regel rund eine halbe Stunde. Die Kosten für den Austausch trägt die Stadtwerke Deggendorf GmbH.

Die neuen Zähler garantieren nicht nur eine hohe Sicherheit bei der Messung des Stromverbrauchs, sie bieten Verbrauchern auch einen besseren Überblick, da alle Daten zwei Jahre gespeichert werden und tages-, wochen-, monats- und jahresbezogene Werte angezeigt werden können. Kunden, die Strom ins Netz einspeisen oder einen höheren Stromverbrauch haben, erhalten – wie vom Gesetzgeber vorgesehen – ab Verfügbarkeit ein sogenanntes intelligentes Messsystem, das neben dem digitalen Zähler noch ein Smart-Meter-Gateway als Kommunikationseinheit umfasst. Auch diese Kunden werden vorab schriftlich darüber informiert.

Der Umstieg auf die modernen Messeinrichtungen ist Teil der Energiewende, weil durch die digitale Erfassung eine bessere Netzauslastung erreicht werden soll und der Überblick über den eigenen Stromverbrauch verbessert wird. Der Gesetzgeber hat den Energieversorgern zur Umsetzung bis 2032 Zeit gegeben.

 

Alles zum Roll-Out finden Sie hier

Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) verpflichtet alle grundzuständigen Messstellenbetreiber künftig in allen Verbrauchsanlagen moderne Messeinrichtungen bzw. intelligente Messsysteme einzubauen. Über den Umfang unserer Roll-Outverpflichtungen gemäß §37 Abs. 1 MsbG können Sie sich nachfolgend informieren.

Im Netzgebiet der Stadtwerke Deggendorf GmbH betrifft dieser verpflichtende Einbau

  • rund 18.000 Messstellen mit modernen Messeinrichtungen und
  • rund 3.500 Messstellen mit intelligenten Messsystemen

Fragen und Antworten

Smart Meter steht für intelligente Messsysteme und moderne Messeinrichtungen (Stromzähler) und bezeichnet Geräte, die den Stromverbrauch erfassen können. Im Unterschied zu den heute in der Regel verwendeten, analogen Ferraris-Zählern können die neuen Stromzähler den Verbrauch und die verwendete Leistung in Echtzeit erfassen und gegebenenfalls übertragen. Es sind hier zwei Varianten zu unterscheiden:

1. Moderne Messeinrichtung:
Die moderne Messeinrichtung erfasst den Stromverbrauch und kann kumulierte Verbrauchswerte anzeigen. Eine Übertragung der Verbrauchsinformationen erfolgt nicht, kann jedoch auf Ihren Wunsch nachgerüstet werden.

2. Intelligente Messsystem
Das intelligente Messsystem besteht aus einer modernen Messeinrichtung und einem Kommunikationsmodul (Smart Meter Gateway). Damit bietet das intelligente Messsystem neben der reinen Verbrauchsveranschaulichung zusätzlich die Möglichkeit Ihre Verbrauchsdaten an uns, zum Beispiel zur Erstellung Ihrer Stromrechnung, zu übermitteln. Ein Ablesen der Messgeräte wie heute wird somit zukünftig nicht mehr notwendig sein.

Ein intelligentes Messsystem stellt Ihren Verbrauch transparent dar, vermeidet, dass Ihr Zähler vor Ort abgelesen werden muss und ermöglicht Ihnen variable Stromprodukte zu nutzen. Variable Stromprodukte machen verschiedene Strompreisstufen in einem Produkt möglich, das heißt zu bestimmten Zeiten (zum Beispiel tagsüber oder nachts) profitieren Sie von unterschiedlichen Preisen. Damit können Sie mit Ihrem Verbrauchsverhalten aktiv auf die Höhe Ihrer Stromkosten Einfluss nehmen. Aufgrund der zeitnahen Verbrauchswerte können Sie außerdem eigenständig unnötige Stromfresser wie zum Beispiel falsch angeschlossene Geräte oder Stand-by-Verbraucher identifizieren und somit Ihren Energieverbrauch senken. Ein weiterer Vorteil liegt in der sicheren Übermittlung der Verbrauchsdaten. Intelligente Messsysteme helfen somit auch dabei, die Energiewende voran zu treiben. Umweltfreundlich erzeugter Strom aus Solar- und Windanlagen kann mittels der neuen Messsysteme besser in ein intelligentes Stromnetz eingebunden und gesteuert werden.

Das Gesetz sieht vor, dass alle Stromkunden nach und nach neue Zähler erhalten. Im Rahmen des Smart Meter Roll-Outs erhalten ab dem Jahr 2018 zunächst Kunden, die in den vergangenen drei Jahren im Schnitt über 10.000 kWh pro Jahr verbraucht haben, ein intelligentes Messsystem. Auch Stromerzeuger mit Photovoltaik- oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ab 7 kW installierter Leistung bekommen die neuen Zähler. Zudem erhalten Besitzer von Wärmepumpen, Elektroautos oder Speicherheizungen, sofern die Verbrauchseinrichtungen unterbrechbar sind, ein intelligentes Messsystem. Ab 2020 wird die Grenze des jährlichen Verbrauchs auf 6.000 kWh herabgesetzt. Somit erhalten zukünftig auch Kunden mit einem niedrigeren Stromverbrauch intelligente Messsysteme. Alle anderen Kunden erhalten ab 2018 nach und nach vom Messstellenbetreiber eine moderne Messeinrichtung. Sie werden rechtzeitig über den Einbau informiert.

Um die Energiewende möglichst zügig voranzutreiben, hat der Gesetzgeber beschlossen Stromerzeugung und –verbrauch intelligent miteinander zu verknüpfen. Ein wesentlicher Baustein ist dabei der Einsatz sogenannter ‚Smart Meter‘. Die Bundesregierung hat deshalb im Herbst 2016 ein Gesetz verabschiedet, das die Einführung von Smart Metern in Deutschland regelt. Deshalb erhalten Schritt für Schritt alle Kunden – zunächst größere Stromverbraucher (zum Beispiel Gewerbebetriebe), sowie nach und nach auch Haushaltskunden – die neuen Zähler.

Um den Datenschutz und die Datensicherheit zu garantieren, schreibt das Gesetz den Betreibern der Zähler bestimmte Schutzprofile und technische Richtlinien vor. Damit gilt für intelligente Messsysteme ein höher Sicherheitsstandard als für Kreditkarten. Nur Systeme, die diese umfassenden Bedingungen erfüllen und entsprechend hohe Sicherheitsvorkehrungen aufweisen, erhalten ein Siegel des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Wenn Sie als Kunde Geräte, wie zum Beispiel Smartphone, Tablet oder PC, zur Anzeige Ihres Stromverbrauchs nutzen, spielt deren Sicherheit sowie die Sicherheit des verwendeten Netzwerks ebenfalls eine wichtige Rolle, da diese als Kommunikationsmedium zum Zähler fungieren. Wir empfehlen Ihnen daher bei der Nutzung Ihrer Endgeräte auf deren Sicherheitsvorkehrungen zu achten.

Sowohl die moderne Messeinrichtung als auch das intelligente Messsystem ersetzen den bisherigen Zähler im Zählerschrank. Ein Umbau oder eine Erweiterung der Anlage ist somit im Regelfall nicht erforderlich, sofern Ihr Zählerschrank dem aktuellen Stand der Technik entspricht.

Wie bereits heute fallen bei Ihrer Stromlieferung Kosten für den Transport in Form eines Netzentgeltes und Kosten für die Messung (Messentgelt) an. Für den flächendeckenden Einbau von Smart Metern hat der Gesetzgeber Preisobergrenzen, abhängig vom jährlichen Verbrauch, festgelegt. Für eine moderne Messeinrichtung betragen damit die Kosten maximal 20 € (brutto) pro Jahr. Die Preisobergrenzen für ein intelligentes Messsystem liegen je nach Verbrauchsgruppe bei 100 € bis 200 € (brutto) pro Jahr.

Wie aktuell bei herkömmlichen Stromzählern ist auch der Einbau von intelligenten Messsystemen von Kunden zu dulden. Das Messstellenbetriebsgesetz schließt für Anschlussnehmer wie auch für Anschlussnutzer eine Widerspruchsmöglichkeit explizit aus, auch wenn dadurch die Entgelte für den Messstellenbetrieb ansteigen.

Der grundzuständige Messstellenbetreiber ist der Akteur, der für den Einbau und Betrieb von intelligenten Messsystemen und modernen Messeinrichtungen verantwortlich ist, solange und soweit sich der jeweilige Verbraucher oder Anlagenbetreiber nicht gezielt für ein anderes Unternehmen als Messstellenbetreiber (wettbewerblicher Messstellenbetreiber) entscheidet.

Nein. Jedem Verbraucher oder Anlagenbetreiber bleibt es unbenommen, ein Unternehmen seiner Wahl mit den entsprechenden Zertifikaten als Messstellenbetreiber (= wettbewerblicher Messstellenbetreiber) zu wählen.